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Das große WTCC Interview: Gabriele Tarquini

Das große WTCC Interview: Gabriele Tarquini

07/09/2015 08:00

Als etablierter Fahrer des Castrol Honda World Touring Car Teams steht der Italiener Gabriele Tarquini vor seinem “Heimrennen”, dem JVC KENWOOD WTCC Rennen von Japan. Der populäre und erfahrene Rennfahrer blickt auf seine bisherige Saison zurück und hofft auf Erfolge auf dem Twin Ring Motegi.

So wie viele WTCC Fahrer bist du wahrscheinlich noch nie in Motegi gefahren, oder?
“Nein, ich bin zusammen mit meinem Teamkollegen Tiago [Monteiro] einen Honda Super GT gefahren. Wir haben sieben oder acht Runden gedreht.”

Hast du bei diesem kurzen Test einen Eindruck erhalten wie es sein wird, wenn du den Honda Civic WTCC in Motegi fahren wirst?
“Die Strecke passt gut zur Charakteristik der WTCC. Ich denke, die Rennen könnten spannender als in Suzuka sein. Suzuka ist eine der besten Strecken der Welt, aber mit unseren Autos ist Überholen sehr schwierig. Das ist schade, denn normalerweise wird in den Rennen viel gekämpft. Also hoffe ich, dass Motegi anders sein wird als die Rennen in Suzuka im Vorjahr.”

Die Strecke liegt näher bei Tokio als Suzuka. Ist es deshalb für Honda eine wichtigere Veranstaltung?
“Es gibt kein WTCC Rennen in Italien. Also ist es für mich das Heimrennen. Im Vorjahr hatte ich im zweiten Rennen in Suzuka die Chance auf den Sieg. Es war für Honda und mich eine super Veranstaltung. In diesem Jahr wird es sehr wichtig, denn Motegi ist so wie Suzuka im Besitz von Honda. Es ist für Honda die Basis für Forschung und Entwicklung und sehr nahe an Tokio. Für uns ist es eine sehr wichtige Veranstaltung.”

Ist es noch wichtiger, weil die Saison für Honda nicht besonders erfolgreich verlaufen ist?
“Wir sind recht weit von der Citroën Pace entfernt, vor allem im Qualifying. Für mich war die erste Saisonhälfte nicht besonders gut, von der Performance und den Resultaten her. Ich will in Motegi ein tolles Rennen fahren.”

Ist es als Fahrer schwierig damit umzugehen, wenn die Erfolge nicht so wie früher regelmäßig kommen?
“Nein, denn mein Ziel ist es, wieder die Pace zu finden. Ich pushe. Honda und JAS forcieren die Entwicklung von Motor und Chassis, damit wir Citroën näherkommen. Es ist aber nicht einfach. Wir haben im vergangenen Winter und während des Sommers viel getestet. Wir wollen die Lücke zu Citroën schließen, denn wir können unseren derzeitigen Status nicht akzeptieren, dass wir um vierte und fünfte Plätze kämpfen. Wir wollen die Lücke schließen und die ersten Rennen gewinnen.”

Um wie viel wird das Auto nach den Arbeiten im Sommer konkurrenzfähiger sein?
“Der Speed wird in Motegi nicht so wichtig sein. Momentan haben wir nicht den gleichen Topspeed wie Citroën und Chevrolet. Die Beschleunigung ist auch nicht sehr gut. Uns liegen kurvige Strecken. Motegi ist nicht sehr schnell, aber auch nicht sehr kurvig. Die Kurven werden mit mittlerem Speed durchfahren. Deshalb glaube ich, dass wir konkurrenzfähig sein können.”

Was ist an Japan so besonders?
“Sashimi, Sushi und Teppanyaki ist mein Lieblingsessen. Mir gefällt die Einstellung und die Erziehung der Japaner. Sie respektieren die Gesetze mehr als das in anderen Ländern der Fall ist. Es gibt auch eine lange Motorsporttradition, vor allem von Honda. Sie wollen in der Formel 1 und in anderen Serien wieder an der Spitze sein. Und ich bin mir sicher, dass sie es dank ihrer Technologie und ihren Ingenieuren schaffen werden.”

Auch die Fans sind etwas Besonderes…
“Sie lieben den Motorsport. Ihre Einstellung ist ähnlich wie bei den italienischen Fans. Sie haben eine große Leidenschaft. Obwohl es nur ein Rennen in Japan gibt, wissen sie alles über die WTCC und meine lange Karriere.”

Du bist in Japan bei vier Grands Prix angetreten. Was ist besser in Japan, in der Formel 1 oder in der WTCC zu fahren?
“Meine beste Erinnerung an Japan ist die WTCC. In der Formel 1 musste ich um die Qualifikation kämpfen. Daran habe ich keine guten Erinnerungen. Meine schönste Erinnerung habe ich an das Vorjahr, als ich vor den japanischen Fans gewonnen habe. Mit Honda gewonnen zu haben, machte es noch spezieller.”

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