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Das große WTCC Interview: Qing Hua Ma

Das große WTCC Interview: Qing Hua Ma

18/09/2015 08:00

Qing Hua Ma, der Chinese in Diensten des Citroën Total WTCC Teams, hat sich in der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft als Spitzenfahrer etabliert und wird kommende Woche beim ROSNEFT WTCC Rennen von China in seiner Heimatstadt Schanghai ein ernsthafter Mitbewerber sein. Im Interview spricht der 27-Jährige über seine Hoffnungen, Ziele und anderes.

Die WTCC kehrt in deine Heimstadt Schanghai zurück. Inwiefern ist das für dich etwas Besonderes?
«Es ist etwas ganz Spezielles, zu Hause zu fahren – noch dazu auf einer Strecke, die ich mag. Im vergangenen Jahr fuhr ich in Schanghai ein paar gute Ergebnisse ein. Ich wurde im ersten Rennen Zweiter und im zweiten Rennen Fünfter – das ganze vor den Augen vieler Zuschauer an der Rennstrecke. Hoffentlich werden die Tribünen auch diesmal wieder voll sein und die Einschaltquoten im Fernsehen hoch sein. Ich erwarte ein unterhaltsames Wochenende.»

Wie würdest du den Shanghai International Circuit aus Fahrersicht beschreiben?
«Es gibt viele Überholmöglichkeiten, was gut ist. Es gibt eine lange Gerade, aber auch sehr technische Passagen mit schnellen und langsamen Kurven. Die Ingenieure haben alle Hände voll zu tun, das passende Setup für diese Strecke zu finden.»

Ist es einfach, die Strecke zu lernen?
«Ganz so einfach ist es nicht, vor allem die Kurven 1-3 sind knifflig. Dort bevorzugt jeder Fahrer eine andere Linie, wobei die Linien auch von Runde zu Runde abweichen. Auch in Kurve 13 ist es recht schwierig zu erkennen, welches die beste Linie ist. Das hängt immer stark vom Wetter und von den Streckenbedingungen ab.»

In Portugal hast du in dieser Saison den zweiten WTCC Sieg deiner Karriere eingefahren. Was für ein Gefühl war das?
«Wir hatten uns vorgenommen, in der Startaufstellung für das zweite Rennen vorn zu stehen. Das ist uns gelungen. Ich hatte einen guten Start und war bis zum Rennende schnell unterwegs. Es war ein richtig gutes Gefühl, wieder einmal ganz oben auf dem Podest zu stehen. Bei einem Stadtrennen kann immer viel passieren. Ich habe mich ganz darauf konzentriert, keine verrückten Sachen zu machen. Als mir mein Renningenieur während der letzten Runde per Funk sagte, dass das Rennen zu Ende ist, war das fantastisch. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.»

Wie wichtig war dieser Sieg für den chinesischen Motorsport?
«Es war schön, bei einem internationalen Top Event die chinesische Nationalhymne zu hören. Das hat mich für mein Land sehr gefreut. Für den chinesischen Motorsport war das eine tolle Sache.»

Wie kommst du mit deinen Teamkollegen José María López, Sébastien Loeb und Yvan Muller klar?
«Sie sind gute Lehrmeister. Ich habe viel von ihnen gelernt. Inzwischen ist der Wettbewerb im Team härter geworden. Ich vergangenen Jahr war nicht in der Lage, anzugreifen, aber in diesem Jahr kämpfe ich auch gegen meine Teamkollegen.»

War es schwierig, vom Formelauto in einen Tourenwagen umzusteigen?
«Als ich Mitte der vergangenen Saison einstieg, war alles neu für mich. Es war ein neues Auto, ein neues Team und ich tat mich schwer. Auf die aktuelle Saison konnte ich mich gezielt vorbereiten. Ich bin jetzt entspannter und kann mir meine Strategie genau überlegen. Im vergangenen Jahr waren alle anderen zehn Schritte voraus und musste in kurzer Zeit versuchen aufzuholen. Das war echt schwierig. Inzwischen fühle ich mich auch im Auto sehr wohl. Das hilft zusätzlich.»

Was kannst du bei den verbleibenden Rennen in dieser Saison noch erreichen?
«Dank meiner inzwischen gesammelten Erfahrung ist alles einfacher als im vergangenen Jahr. Grundsätzlich ist immer alles möglich, aber natürlich sind Siege nicht einfach zu erreichen. Die Weltmeisterschaft wird zusehends stärker. Das Feld rückt dichter zusammen. Mit drei Weltmeistern im Team fällt es nicht leicht, einen von ihnen zu schlagen. Insgesamt fehlt es mir im Auto im Vergleich zu meinen Teamkollegen immer noch an Kilometern, doch ich werde natürlich versuchen, das Bestmögliche herauszuholen.»

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