Back

News

François Ribeiro im Interview

François Ribeiro im Interview

14/10/2015 12:00

Der Chef von Eurosport Events, François Ribeiro, spricht über die Entscheidung der Premiummarke Volvo, über Polestar Cyan Racing, den Motorsportpartner der Sportabteilung Polestar, ab 2016 ein mehrjähriges Programm in der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft zu starten.

Was bedeutet die Ankündigung von Polestar Cyan Racing für die WTCC?
«Das ist sehr gut für die WTCC, für die Volvo Fans auf der ganzen Welt, für die FIA und für Eurosport Events. Es bedeutet, dass in der nächsten Saison fünf Hersteller in der WTCC vertreten sind. Es ist eine Auszeichnung für die WTCC, wenn eine Premiummarke, die eine lange Geschichte im Motorsport hat, die Serie als globale Motorsport-Plattform und Bühne für ihre Technologie und ihre aufregende, neue Sportmarke Polestar gewählt hat. Die Einführung des TC1 Reglements durch die FIA und der damit verbundene Einstieg von Citroën haben das Niveau in technischer und sportlicher Hinsicht innerhalb von kurzer Zeit angehoben. Es wurden keine Hersteller verscheucht, vielmehr wurde LADA dazu gedrängt, seinen Ansatz völlig neu zu überdenken, während Honda gezwungen wurde, nach besserer Performance zu streben. Jetzt stellt sich Volvo der Herausforderung WTCC und baut ein TC1-Auto; vielleicht das schönste, das wir bisher gesehen haben.»

Wie viel Überzeugungsarbeit mussten Sie leisten, um das Management von Polestar zu einem langfristigen Bekenntnis zur WTCC zu bewegen?
«Wir standen seit dem Jahr 2011, in dem Volvo und Polestar mit dem Einsatz des C30 ein potenzielles WTCC Programm evaluiert hatten, regelmäßig mit ihnen in Kontakt. Die damaligen technischen Regeln der WTCC waren für einen Einsatz ihres Spitzenmodells S60 in der WTCC nicht ideal. Seitdem die FIA mit der Arbeit an den TC1 Regularien begonnen hatte, war Polestar bei allen technischen Besprechungen mit den WTCC Herstellern dabei. Ich wusste, dass sie Interesse an einem weltweiten Motorsportprogramm haben, aber seinerzeit war Polestar noch ein unabhängiges Unternehmen. Wir waren geduldig und diskret, und haben das Management von Volvo und Polestar in den vergangenen beiden Jahren über alle Entwicklungen in der WTCC, seien es Regeln, Marketing oder den Kalender, auf dem Laufenden gehalten.»

Hat Polestar irgendwelche Bedingungen gestellt?
«Es gibt die FIA Tourenwagen Kommission mit einer technischen und einer sportlichen Arbeitsgruppe. Wenn man sich in die Meisterschaft einschreibt, kann man sich für eine dieser Gruppen entscheiden. Man darf aber nicht erwarten, dass man von außen die Grundlagen der WTCC verändern kann, noch bevor man einsteigt.»

Angenommen, Polestar hätte sich anders entschieden: Hätten Sie dann Angst gehabt, einen der bestehenden Hersteller der WTCC zu verlieren?
«Einen neuen Hersteller für eine der FIA Weltmeisterschaften zu gewinnen, ist keine einfache Aufgabe und ein langer Prozess. Niemand kann garantieren, was ein Hersteller macht. Alle aktuellen WTCC Hersteller haben auf die Entscheidung von Volvo und Polestar, in die Meisterschaft einzusteigen, sehr positiv reagiert. Das sportliche und technische Niveau der WTCC wird immer höher. Ein neuer Hersteller steigert die Attraktivität der WTCC und erhöht den Wettbewerb. Wer keinen Wettbewerb mag, ist im Motorsport falsch aufgehoben.»

Das vor kurzem angekündigte Format MAC3 für das Jahr 2016 ist für drei Autos ausgelegt. Polestar wird nur zwei Autos einsetzen, dürfen sie trotzdem daran teilnehmen?
«Polestar Cyan Racing darf an MAC3 teilnehmen, sobald sie ein drittes Auto einsetzen. Das ist nur eine Frage der Zeit und wird früher oder später passieren. Sie verpassen dadurch die Möglichkeit, die in MAC3 ausgelobten Punkte für die Herstellermeisterschaft zu gewinnen, aber ich glaube es wird nicht lange dauern, bis sie, wie jeder anderen Hersteller in der WTCC auch, ein drittes Auto einsetzen, damit sie um die FIA Hersteller Weltmeisterschaft fahren können.»

Was erwarten Sie 2016 von Polestar?
«Design, die Entwicklung von Chassis und Motor und den Einsatz des Teams unter einem Dach zu vereinen, ist eine Voraussetzung, aber keine Garantie für Performance. Polestar Cyan Racing muss doppelt so hart wie die anderen WTCC Hersteller arbeiten, um die Meisterschaft kennenzulernen und ein starkes Team aufzustellen. Sie haben das Ziel, den Herstellertitel der WTCC nach Schweden zu holen, daher werden sie wissen, was zu tun ist. Darüber hinaus erwarte ich, dass Polestar die WTCC nutzen wird, um Wahrnehmung der Marke in der ganzen Welt zu steigern. AMG ist nicht nur durch die sportlichen Erfolge eine anerkannte Sportmarke geworden, sondern auch durch besondere Anstrengungen im Marketing.»

Gibt es weitere Hersteller, die einen Einstieg in die WTCC in Betracht ziehen?
«Wir verraten nie, mit wem wir sprechen, aber wir führen weitere positive Gespräche mit anderen Herstellern.»

John Filippis Hoffnungen, seine Pole Position im Eröffnungsrennen des FIA WTCC Rennens von China am vergangenen Wochenende in ein starkes Resultat umzumünzen, endeten frühzeitig. Eine Kollision in Runde drei warf ihn auf dem Schanghai International Circuit aus dem Rennen.

Nicky Catsburg wäre beim FIA WTCC Rennen von China am vergangenen Wochenende um ein Haar um seinen Start aus der ersten Reihe gebracht worden. Grund dafür ist eine Kette bizarrer Ereignisse auf dem Schanghai International Circuit.

Für die FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft geht es als nächstes nach Katar, nachdem das WTCC Rennen von Thailand, das ursprünglich auf den 4. bis 6. November angesetzt war, endgültig abgesagt worden ist.

Mit der gleichen Punktzahl wie Tiago Monteiro kam Yvan Muller im Kampf um die inoffizielle Silbermedaille in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft nach China, nach Hause ging er mit 31 Punkten Vorsprung auf seinen Rivalen.

Zwei Kurven fehlten Norbert Michelisz, um das zweite Eröffnungsrennen in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft in Folge zu gewinnen, bevor er mit einem späten Manöver von Thed Björk auf Rang zwei zurückverwiesen wurde.

LADA Pilot Gabriele Tarquini ist überzeugt davon, dass er am Sonntag in China seinen 22. Sieg in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft hätte einfahren können, wäre der Kontakt mit Tom Chiton nicht gewesen.