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Loeb gegen Muller: Das ultimative WTCC Duell

Loeb gegen Muller: Das ultimative WTCC Duell

22/11/2015 12:00

Beim Saisonfinale der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft am Freitagabend (27. November) in Katar kämpfen mit Sébastien Loeb (links) und Yvan Muller (rechts) zwei Megastars des französischen Motorsports um die Vizemeisterschaft.

Der ehemalige Rallyestar Loeb hat derzeit in der Gesamtwertung einen Vorsprung von fünf Punkten. Was die beiden Citroën Total WTCC Teamkollegen voneinander halten, haben sie in einem Interview verraten, das zu Beginn diese Jahres veröffentlich wurde.

Sébastien, was ist deine erste Erinnerung an Yvan?
SL: «Als er in der Trophée Andros fuhr. Die war damals in Frankreich recht populär, und ich habe viel darüber gehört, denn ich war an Renn- oder Rallyesport nicht interessiert. An der Trophée Andros allerdings schon, und außerdem war er auch Elsässer. Wir kommen aus der gleichen Region, und er war in dieser Serie an der Spitze.»

Und Yvan, kannst du dich erinnern, wann du Sébastien zum ersten Mal getroffen hast?
YM: «Das war bei einem Eisrennen. Wir haben unsere Lizenz über den selben Club beantragt, und der Club-Präsident kam mit ihm an. Er hatte gerade im Rallyesport angefangen und der Präsident meinte, er seit der zukünftige Star. Damit lag er richtig. Er wollte wissen, ob ich ihn bei Opel unterbringen kann, für die ich seinerzeit gefahren bin. Wir haben es versucht, aber es hat nicht geklappt.»

Wer ist besser, du oder Sébastien?
YM: «Wie soll ich diese Frage beantworten?!»

Ich denke Rennfahrer denken von sich, sie sind der Beste.
YM: «Nein, nein, nicht mehr in unserem Alter.»
SL: «Ich bin im Rallyesport besser, er auf der Rundstrecke.»

Was ist das besondere an eurer Heimatregion Elsass – ist da irgendwas im Wasser, das gute Rennfahrer macht?
YM: «Sauerkraut! Das ist eine Spezialität des Elsass. Vielleicht liegt es daran.»
SL: «Das esse ich aber nicht so oft. Vielleicht ist es das Bier.»
YM: «Aber Bier trinke ich nicht. Vielleicht ist er deshalb neunmaliger Weltmeister und ich nur viermal. Im Elsass ist der Motorsport ein Teil der Kultur. Bob Wollek seinerzeit, und auch Bugatti kommt aus dem Elsass. Die Peugeot-Fabrik ist auch nicht weit weg. Bruno Spengler stammt auch aus dem Elsass und nicht aus Kanada.»
SL: «Vettel wurde auch nicht weit vom Elsass entfernt geboren.»

Was magst du an Sébastien?
YM: «Als er Rallyes fuhr war ich auf der Rundstrecke aktiv. Wir haben uns zwei oder dreimal im Jahr bei der Preisverleihung der FIA oder solchen Veranstaltungen getroffen. Was ich an ihm mag, ist seine Art. Mir gefällt allerdings nicht, dass ich immer auf ihn warten muss, denn er ist nie pünktlich. Wobei, in gewisser Weise schon, der er kommt immer zehn Minuten zu spät. Letztendlich ist er also pünktlich, aber zu seiner eigenen Zeit. Das Problem ist, dass ich immer etwas zu früh komme und er immer zu spät. Ich mag seine Art, wie er mit Stress oder Problemen im Rennsport oder Leben umgeht.»

Was ist mit Yvan, was sind seine guten Seiten?
SL: «Bei ihm weiß man immer, woran man ist. Er ist direkt und offen, und wenn ihm etwas nicht passt, dann lässt er es einen wissen. Es macht Spaß, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die fair und direkt sind und mit denen man gut zurechtkommt. Auf der Rennstrecke gibt jeder Fahrer sein Bestes. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten.»

Wie sehr hat er dir bei deinem Einstieg in die WTCC geholfen?
SL: «Mit seiner Erfahrung und Disziplin hat er sicherlich dabei geholfen, das Team aufzubauen und das Auto zu verbessern. Meine Daten mit seinen vergleichen zu können… Er gibt mir viele Ratschläge und ist die beste Messlatte.»

Sébastien hat deutlich weniger Erfahrung auf der Rundstrecke als du Yvan. Wenn er schneller als du ist, hast du damit ein Problem?
YM: «Das ist kein Problem für mich. Okay, seine Erfahrung auf der Rundstrecke ist nicht so groß wie meine, aber er ist neunmaliger Weltmeister, und das nicht durch Zufall. Wenn man sich seine Karriere auf der Rundstrecke anschaut,dann ist die schon beachtlich. Er war Zweiter bei den 24 Stunden von Le Mans, ich nicht. Was das Fahren betrifft, so kann er nicht mehr viel von mir lernen. Er ist in der Lage zu analysieren und seinen Fahrstil zu ändern.»

Wenn ihr auf der Rennstrecke aneinander geratet, könnt ihr das anschließend schnell klären?
YM: «Das ist im vergangenen Jahr in Schanghai passiert. Das haben wir schon vergessen, aber ich habe bei ihm noch einen gut.»
SL: «Ich habe sein Auto nicht kaputt gemacht, habe ihn aber aufs Gras gedrückt. Also hat er einen halben bei mir gut.»
YM: «So ist der Rennsport. Das kommt nicht oft vor, aber es passiert. Würde das an jedem Wochenende passieren, wäre das etwas anderes.»
SL: «Jeder macht mal Fehler. Ihm ist das gleiche am nächsten Rennwochenende mit Hugo Valente passiert. Für uns ist es schwieriger, denn wir kämpfen meist gegen unsere Teamkollegen, und das ist für mich deutlich schwieriger. Man will ihm nicht ins Auto fahren, möchte aber überholen, und dann ist die Situation manchmal kompliziert.»
YM: «In Schanghai habe ich mich aufgeregt, aber mehr darüber, dass ich die Punkte verloren habe als darüber, dass er mich angeschoben hat. Okay, das passiert, und es ist nichts anderes als mit einem anderen Fahrer. Ich wusste, dass es keine Absicht war und dass er beim nächsten Mal vorsichtiger sein würde. Das ist das Wichtigste.»

Wenn du Sébastien zu dir nach Hause zum Essen einladen würdest, was würdest du für ihn kochen?
YM: «Ich würde mit ihm ins Restaurant gehen und nicht kochen.»

Bist du kein guter Koch?
YM: «Nein, überhaupt nicht.»

Aber einladen würdest du ihn?
YM: «Ja, kein Problem.»

Und du Sébastien, kannst du kochen?
SL: «Ich kann nicht kochen, nur grillen. Also wäre es entweder das oder ein Restaurant.»
YM: «Um ehrlich zu sein: Wenn er mich zum Essen einladen würde und seine Frau wäre nicht zu Hause, würde ich ihm vorschlagen, ins Restaurant zu gehen.»

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