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TECHNIK IM FOKUS: MARK WRAY ÜBER DEN TC1 RML CRUZE

TECHNIK IM FOKUS: MARK WRAY ÜBER DEN TC1 RML CRUZE

19/12/2014 15:59

Der RML TC1 Chevrolet Cruze hatte dank Siegen, schnellster Runden und einem Titelgewinn ein extrem erfolgreiches Jahr in der FIA WTCC. Jetzt spricht RMLs Chassisleiter Mark Wray über die gute Arbeit seiner Mannschaft.

Wie würdest Du das erste Jahr der TC1 Kategorie zusammenfassen?
«Wenn man bedenkt, wie wenig Testfahrten wir vor Saisonbeginn absolvieren konnten und dass sämtliche unserer Fahrzeuge erstmals ausschließlich von Kundenteams eingesetzt wurden, dann darf man die Ergebnisse als Erfolg bezeichnen.»

Waren die geringen Testmöglichkeiten vor Saisonstart ein Nachteil?
«Das ist nicht zu unterschätzen. Wir hätten natürlich gern mehr Zeit gehabt, um an der Leistung zu feilen. Wir hätten auch gern mehr Zeit als nur ein paar Tage an der Strecke zugebracht, um das Paket kennenzulernen und zu optimieren. Wenn du während eines Rennwochenendes testen musst, ist das nie ideal. Vor Ort am Rennplatz sollte man das Auto nur mit bereits bekannten Setupvarianten tunen, um es zu verbessern.»

Die neuen TC1 Autos sind sehr komplex und RML hatte dieses Mal kein Jahr Zeit, um die Autos selbst einzufahren. War die Leistung der Kundenteams beim Einsatz der Fahrzeuge beeindruckend?
«Ich denke, das spricht Bände über das Design des Autos und über die Fähigkeiten der Teams. Wir hatten nur wenige technische Probleme und haben große Fortschritte beim Setup gemacht.»

Aus technischer Sicht muss es schwierig sein, ein Auto zu entwerfen, das man nicht selbst einsetzt, sondern das gleich an die Kundenteams geht. Welche Herausforderungen musstet Ihr dabei meistern?
«Unser normaler Designrhythmus sieht vor, dass wir zunächst ein Auto bauen und testen. Damit merzen wir dann eventuelle Probleme mit der Zuverlässigkeit aus, räumen technische und operationelle Schwierigkeiten aus dem Weg und bringen kontinuierlich Updates an, um die Leistung zu optimieren. Erst danach wird das Auto zum Verkauf freigegeben. Für das Debüt des RML TC1 Cruze haben wir sechs Fahrzeuge gebaut und mussten zugleich drei Sätze an Ersatzteilen bereitstellen, noch ehe sich auch nur ein Rad gedreht hatte. Mit diesem Risiko mussten wir leben, als wir das Auto entworfen haben. Wir haben eng mit unseren Zulieferern gearbeitet, die extrem unter Druck standen. Sie mussten schließlich sämtliche Updates in den Komponenten unterbringen, die sie für uns angefertigt haben. All dies wurde noch dadurch erschwert, dass das erste Rennen in Marrakesch ausgetragen wurde. Dort fingen sich einige unserer Kunden teilweise erhebliche Schäden ein.»

Der Cruze hat bereits eine Pole-Position, einen Sieg im ersten Rennen, Podestplätze und mit ROAL Motorsport auch den Titel in der Yokohama Teams’ Trophy eingefahren. Bist Du überrascht davon, dass sich das Auto als erster Verfolger von Citroën etabliert hat?
«Überrascht, ja. Ich freue mich aber natürlich auch darüber. Man fragt sich natürlich ständig: Wie wäre es wohl, wenn wir ein Werksprogramm hätten. Ich denke, wir hätten es mit Citroën aufnehmen können.»

Was sind die Schlüsselstärken des Cruze?
«Es ist ein ziemlich großes Auto. Beim Design war es schwierig, das Gewichtslimit zu erreichen, obwohl die Regeln verändert worden waren. Wir haben versucht, möglichst viele Philosophien der Vorgängerautos auf dieses Modell zu übertragen. Deshalb war der mechanische Grip von Anfang an sehr gut. Der Motor ist dem Fahrzeug des vergangenen Jahres entnommen und wurde nicht weiterentwickelt. Das Aggregat verfügt aber noch immer über eine starke Leistung und es steht weiter bei einhundert Prozent Zuverlässigkeit.»

Was waren Deiner Meinung nach die Meilensteine des Cruze in der FIA WTCC Saison 2014?
«Wir treten an, um Rennen zu gewinnen (und das ist letztendlich, an was man sich erinnert). Natürlich war der erste Sieg mit dem neuen Auto durch Gianni Morbidelli in Ungarn etwas Besonderes. Mich hat jedoch auch schon das Q2-Qualifyingergebnis aus Marrakesch erfreut. Denn dort standen wir mit drei Fahrzeugen vor den Werksautos von Honda. Peking war ein weiterer Höhepunkt, als Tom [Chilton] dominierte und von der Pole-Position ungefährdet zum Sieg fuhr.»

Wie geht es nun 2015 weiter? Werdet Ihr weitere Updates an den Start bringen? Plant Ihr weitere Testfahrten?
«Wir haben hart gearbeitet und planen die Umsetzung einiger Leistungsupdates. Die Teams koordinieren ihre Testtage im Februar. Wir hoffen unsererseits, sie bei diesen Gruppentests auf technischer Seite unterstützen zu können.»

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