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Top 10: Fakten zur Nürburgring-Nordschleife

Top 10: Fakten zur Nürburgring-Nordschleife

06/05/2015 11:45

Das Rennen, das jeder Fahrer der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft unbedingt gewinnen will, wird in der kommenden Woche auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragen. Die WTCC ist die erste FIA Weltmeisterschaft seit 1983, die sich dieser legendären Rennstrecke stellt. Als kleinen Vorgeschmack nennen wir heute zehn Fakten zu dieser Veranstaltung.

1: Der Straßenkurs Targa Florio gab die Inspiration zum Bau des ursprünglichen Nürburgrings. Die Arbeiten an der Rennstrecke nahe des Dorfs Nürburg in der Eifel-Region in Deutschland begannen am 27. September 1925 und wurden im Frühjahr 1927 fertiggestellt. Die Kosten betrugen rund 15 Millionen Reichsmark. Bis zu 3.000 Arbeiter waren am Streckenbau beteiligt.

2: Die ersten Rennen wurden am 18. und 19. Juni 1927 auf der kompletten Strecke von 28,265 Kilometern abgehalten. Toni Ulmen (350er-Velocette) siegte im Motorradrennen. Am folgenden Tag gewann Rudolf Caracciola das Autorennen der 5.000er-Kategorie in einem Mercedes.

3: Der ursprüngliche Nürburgring, oder die Gesamtstrecke, bestand aus 172 Kurven, vielen Steigungen und Senken und wies eine durchschnittliche Breite von acht bis neun Metern auf. Louis Chiron stellte in seinem Bugatti Type 35C beim Grand Prix 1929 den Rundenrekord von 15:06.1 Minuten (112,31 km/h oder 72 mph) auf.

4: Noch im gleichen Jahr wurde der komplette Kurs zum letzten Mal für eine große Motorsport-Veranstaltung genutzt. Danach wurden die Grands Prix auf der 22,8 Kilometer langen Nordschleife abgehalten. Motorradrennen und kleinere Läufe fanden fortan auf der 7,7 Kilometer langen Südschleife statt.

5: Im Jahr 1960 hat Sir Jackie Stewart der Nordschleife den Beinamen «Grüne Hölle» verpasst. Und diese Bezeichnung ist der Rennstrecke bis heute geblieben. Jochen Rindt beschrieb den Kurs einmal so: «Schwierig zu fahren, einfach zu sterben.» Die Strecke ist bis heute ein beliebter Testort für die Autoindustrie und steht darüber hinaus der Öffentlichkeit bei Touristenfahrten zur Verfügung.

6: Niki Lauda war der erste Fahrer, der die Nordschleife in unter sieben Minuten umrundete. 1975 qualifizierte er sich in 6:58.60 Minuten für den Großen Preis von Deutschland. Im Rennen drehte sein Ferrari-Teamkollege Clay Regazzoni in 7:06.40 Minuten eine neue schnellste Runde – Rekord.

7: Im Jahr darauf war es just Lauda, der aus Sicherheitsgründen zu einem Boykott der Veranstaltung aufrief. Das Rennen wurde dennoch gestartet. Der Österreicher, damals Titelverteidiger, verunfallte in seinem Ferrari ausgangs eines Linksknicks beim Streckenabschnitt Bergwerk. Lauda erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Nur sechs Wochen später saß er, schwer gezeichnet von seinem Feuerunfall, beim Großen Preis von Italien wieder im Rennwagen. Eine Sensation.

8: Der Unfall – er diente auch als Inspiration für den Blockbuster «Rush» – war ein Grund, weshalb der Grand Prix nach 1976 nicht mehr auf der Nordschleife ausgetragen wurde. Die Strecke ist nun vor allem für das 24-Stunden-Rennen (ADAC Zürich 24h-Rennen) bekannt, das 1970 seine Premiere feierte. Die Veranstaltung nutzt die Nordschleife und den modernen Grand-Prix-Kurs, der daran anschließt. Bis zu 800 Profi-Rennfahre rund Amateure bestreiten das Rennen mit rund 200 Fahrzeugen. Das diesjährige 24h-Rennen beginnt unmittelbar nach den zwei Drei-Runden-Rennen der WTCC.

9: Den Rundenrekord für die aktuelle Nordschleifen-Strecke von 20,81 Kilometern hält noch immer Stefan Bellof. Ihm gelang die schnellste jemals gefahrene Runde, die Pole-Position zum 1.000-Kilometer-Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft 1983, in einem Rothmans-Porsche 956C. Bellof brauchte nur 6:11.13 Minuten. Auch im Rennen war er mit 6:25.91 Minuten der Schnellste, ehe sich sein Auto im Streckenabschnitt Pflanzgarten überschlug.

10: Fast jede Passage der Nordschleife kann eine Geschichte erzählen. Doch manche Kurven haben eine spannendere Historie als andere. Die interessantesten sind: Tiergarten (Kilometer 1) – ein ehemaliger Friedhof für Tiere, die im Kampf gefallen sind; Schwedenkreuz (Kilometer 5) – Hans Friedrich Datenberg, früher Bürgermeister in Kehlberg und Steuereintreiber für Adenau, wurde an dieser Stelle im Jahr 1638 von schwedischen Soldaten überfallen und umgebracht. Ein 2,90 Meter großes Kreuz erinnert bis heute an ihn; Klostertal (Kilometer 13) – ein Orden der Ritter von St. Johannes von Jerusalem hatte sich dort im 14. Jahrhundert niedergelassen; Pflanzgarten (Kilometer 17) – ehemaliger Ort der Gärten und Felder der Grafen von Nürburg.

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