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Aus WTCC wird WTCR: Neue Regeln, neue Autos, mehr Rennen

Aus WTCC wird WTCR: Neue Regeln, neue Autos, mehr Rennen

07/12/2017 08:00

In der Motorsport-Saison 2018 erhält die FIA Tourenwagen-WM neue technische Regeln, ein neues Format und auch einen neuen Namen. Das hat der FIA Motorsport-Weltrat am 6. Dezember in Paris beschlossen.

Die bisherige FIA World Touring Car Championship (WTCC) wird demnach in FIA World Touring Car Cup (WTCR) umbenannt. Die Meisterschaft wird nach TCR-Regeln ausgetragen. Zwischen FIA, WTCR-Promoter Eurosport Events Limited (EEL) und WSC als Inhaber des TCR-Konzepts und der Markenrechte wurde eine zweijährige Lizenzierung vereinbart.

* Die Rennserie übernimmt die TCR-Regeln, die für zwei Jahre festgeschrieben werden
* Es werden die Titel FIA World Cup in der Fahrer- und in der Teamwertung vergeben, kein Herstellertitel
* Promotet wird die Serie von Eurosport Events, die FIA überwacht die Regeleinhaltung
* Drei Rennen pro Wochenende bei zehn Veranstaltungen auf vier Kontinenten

Die Vereinbarung sieht auch vor, dass sowohl die TCR International Series als auch der FIA European Touring Car Cup eingestellt werden.

Das Wochenend-Format der bisherigen WTCC wird deutlich aufgewertet: Künftig werden drei Rennen ausgetragen, also eines mehr als zuletzt. Ein Qualifying und ein Rennen finden bereits am Eröffnungstag statt. Der zweite Tag orientiert sich am bisherigen WTCC-Ablauf: Es gibt eine dreistufige Qualifikation und zwei Rennen, wobei das erste mit umgedrehter Startaufstellung gestartet wird.

Maximal werden 26 Fahrzeuge zugelassen. Teams aus den bisherigen Rennserien TCR International und WTCC haben Vorrang bei der Einschreibung. Zudem können pro Veranstaltung zwei Wildcard-Teilnehmer zusteigen, sofern EEL und FIA ihre Zustimmung erteilen. Vom 15. Dezember 2017 bis zum 30. Januar 2018 können sich die Teilnehmer bei der FIA für die Rennserie einschreiben.

Der neue Name der Rennserie, soll den Wechsel vom TC1-Reglement auf die TCR-Regeln dokumentieren. Der Wechsel der Einstufung von Weltmeisterschaft zu Weltcup hingegen symbolisiert den Beginn einer neuen Ära für den internationalen Tourenwagen-Sport. Denn es steht zu hoffen, dass die günstigeren technischen Regeln für mehr Interesse bei den Teilnehmern sorgen werden. Gleichzeitig bauen die Verantwortlichen auf die existierende Fan- und Medienbasis der bisherigen WTCC auf.

Reaktionen

François Ribeiro (Direktor von Eurosport Events): „Die Kombination aus TCR-Regeln, der Expertise und der Neutralität der FIA sowie ihrer stringenten sportlichen Regeln und Abläufe und die seit 2005 aufgebaute Promotion-Stärke von Eurosport Events garantiert eine sehr konkurrenzfähige Startaufstellung, spannendes Racing und ein Fan-freundliches Format. All dies kann nur zu Erfolg führen.“

Marcello Lotti (Geschäftsführer WSC): „Wir sind sehr stolz auf diese Übereinkunft, die den TCR-Spirit vollkommen respektiert. Die Zusammenarbeit mit einem so erfahrenen Promoter wie Eurosport Events, dazu der FIA-Status der WTCR – all dies ist die ultimative Anerkennung für das TCR-Konzept, das wir vor drei Jahren an den Start gebracht haben. Es wächst seither unaufhörlich.“

Sportliche Regeln
Die Regeln werden durch die FIA überwacht und durch ein erfahrenes Rennmanagement-Team umgesetzt. Die Veranstaltungen der WTCR werden nach höchstmöglichen Standards organsiert.

Technische Regeln
Die technischen Regeln werden von WSC an EEL/FIA lizenziert. Die Regeln der FIA WTCR werden bis zum Saisonende 2019 eingefroren. Nur von WSC homologierte TCR-Autos mit FIA-WTCR-Autopass (wird von FIA vergeben) können teilnehmen. Die FIA und die technische Abteilung der TCR werden für jedes Wochenende die Balance of Performance (BoP) festlegen. Erfolgsballast wird pro Teilnehmer verteilt. Die FIA zeichnet mit Beratung durch TCR-Vertreter für alle technischen Belange verantwortlich.

Promotion
WTCR-Promoter Eurosport Events wird die Meisterschaft ähnlich in Szene setzen wie schon die WTCC. Die WTCR profitiert von der Live-Berichterstattung auf Eurosport und mehr als 50 weiteren Netzwerken rund um die Welt. Eurosport Events wirft zudem die Expertise seines Promotion- und Marketing-Personals in die Waageschale, außerdem umfangreiche Social-Media-Kampagnen.

Rennkalender
Der Kalender umfasst 30 Rennen bei zehn Veranstaltungen auf vier Kontinenten. Der Kalender wird in Kürze vorgestellt.

Wochenend-Format

1. Tag:
1. Freies Training (30 Minuten); 2. Freies Training (30 Minuten); Qualifying (30 Minuten); 1. Rennen (Punkte für die Top 10 im Ziel: 27-20-17-14-12-10-8-6-4-2)

2. Tag:
Qualifying Q1 (25 Minuten); Qualifying Q2 (10 Minuten); Qualifying Q3 (Top-5-Shootout); 2. Rennen (umgedrehte Startreihenfolge der Top 10 nach Q2; Punkte für die Top 10 im Ziel: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1); 3. Rennen (Startreihenfolge gemäß Qualifying nach Q3; Punkte für die Top 10 im Ziel: 30-23-19-16-13-10-7-4-2-1)

Die technischen Regeln der TCR
Die TCR-Regeln zielen auf frontgetriebene vier- oder fünftürige Limousinen oder Fließheck-Fahrzeuge ab. Beim Antrieb kommen Turbomotoren mit einem Hubraum von 1.750 bis 2.000 Kubikzentimeter zum Einsatz. Die Maximalleistung beträgt rund 350 PS. Rund um die Welt existieren bereits 19 TCR-Serien. Zahlreiche Hersteller haben bereits TCR-Fahrzeuge homologiert oder entwickeln entsprechende Autos. Dazu zählen: Alfa Romeo, Audi, Ford, Honda, Hyundai, KIA, LADA, Opel, Peugeot, Renault, SEAT, Subaru und Volkswagen. Es sind bereits mehr als 600 TCR-Rennwagen gebaut und an Kundenteams verkauft worden.

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Aus Anlass des Endes der Ära der FIA Tourenwagen-WM hat der Promoter Eurosport Events ein besonderes Gedenkvideo produziert, das am Freitagabend bei der FIA Preisverleihung in Paris zum ersten Mal gezeigt wurde.

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