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Interview zum WTCC Rennen von China: Thed Björk

Interview zum WTCC Rennen von China: Thed Björk

10/10/2017 06:00

China ist für Thed Björk ein gutes Pflaster seit er dort im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft eingefahren hat.

Wenn die WTCC am kommenden Wochenende erstmals im Ningbo International Speedpark in China Station macht, wird Thed Björk von Polestar Cyan Racing um die Tabellenführung kämpfen. Mit zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Tiago Monteiro, der verletzungsbedingt nicht antritt, hat Björk mit seinem Volvo S60 Polestar die große Chance, die Führung in der WTCC-Gesamtwertung 2017 zu übernehmen.

Thed, hattest du ernsthaft erwartet, zu diesem Zeitpunkt um den WTCC-Titel zu kämpfen?
„Die Strategie war ganz klar, einen Angriff auf den Titel zu starten. Meine Saison war ein bisschen ein Auf und Ab. In Budapest zum Beispiel hatte ich kein gutes Wochenende. Ich weiß aber, wo meine Stärken liegen und worauf ich mich bei den verbleibenden Saisonrennen konzentrieren muss. Die Tatsache, dass ich aktuell WM-Zweiter bin, gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich einfach so weitermachen muss wie bisher.“

Wie hast du dich von einem schwierigen Ungarn-Wochenende erholt?
„So etwas kommt in der WTCC einfach vor. Das habe ich schon vor vielen Jahren gesehen und es wird auch weiterhin passieren – bis zum letzten Rennen. Irgendwann hat jeder mal ein schlechtes Wochenende. Bei mir war es eben Ungarn.“

Wie fühlt es sich an, im Titelkampf voll dabei zu sein?
„Ich bin einfach richtig glücklich und hoffe, das wird bis zum Jahresende so bleiben. Es ist offensichtlich, dass es in diesem Jahr nicht so einfach ist, den Titel zu gewinnen wie es in jüngerer Vergangenheit für José María López der Fall war. Das Feld ist jetzt viel enger beisammen und das macht die Sache interessant. Hoffentlich können wir bis zum letzten Rennen um den Titel kämpfen.“

Wirst du in China sehr an die WM-Situation denken?
„Ich denke die ganze Zeit an die Punkte. Ich werde aber nicht alles für einen Rennsieg aufs Spiel setzen, denn ich denke an die Gesamtsituation. Das bedeutet, ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich für den Titelkampf mitzunehmen.“

Die Pause seit dem Rennen in Argentinien im Juli war sehr lang. Wie hast du die Zeit verbracht?
„Es war wichtig, den Schwung nicht zu verlieren. Ich fuhr Kart, fuhr GT-Rennen und absolvierte Testfahrten. Das Kartfahren mache ich aus Gründen der Fitness und auch, um die Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Ich habe ein 125er Kart mit Gangschaltung. Das ist richtig schnell und es macht Spaß damit zu fahren. Ganz in der Nähe von Gothenburg, wo ich lebe, gibt es eine Kartbahn. Dort trainiere ich immer.“

Der Ningbo International Speedpark ist eine komplett neue Rennstrecke. Hast du schon gewisse Vorstellungen, was dich erwartet?
„Weil es eine komplett neue Anlage ist, müssen wir mit dem Unerwarteten rechnen. Ich konzentriere mich darauf, die Strecke gemeinsam mit meinen Teamkollegen so schnell wie möglich zu lernen, aber auch darauf, das Auto so schnell wie möglich so schnell wie möglich zu machen. Insofern unterscheidet sich das Ganze nicht von einer anderen Strecke, denn der Fokus ist immer der gleiche. Es ist aber immer interessanter, wenn man an eine neue Strecke kommt.“

Wie genau lernst du eine neue Strecke?
„Es gibt da keine spezielle Methode, denn die Vorbereitung auf einer neuen Strecke ist die gleiche wie auf einer alten. Einzig die Arbeit im Simulator ist vielleicht ein bisschen intensiver.“

Du hast dich als Fan von Shanghai geoutet, nachdem du dort 2016 gewonnen hast. Siehst du es mit gemischten Gefühlen, dass die WTCC nun nicht mehr dort fährt, sondern stattdessen auf einer neuen Rennstrecke?
„Mein Ziel ist es, das Gleiche auf dieser Strecke zu schaffen, sodass ich keine Probleme damit habe. Wir treten an, um zu gewinnen. Die Strecke spielt dabei keine Rolle.“

Inwiefern ist es ein wichtiges Wochenende für das Team, wenn man bedenkt, dass das chinesische Unternehmen Geely Automobile einer eurer Partner ist?
„So gesehen ist es so etwas wie ein Heimrennen für uns. Wir haben in China viele Fans. Das gilt auch, wenn wir anschließend nach Japan weiterreisen. Das ist immer ein gutes Gefühl. Ich fahre gerne in Asien.“

Welche Erwartungen hast du mit Blick auf das Layout der Strecke an das Racing in Ningbo?
„Das ist bei einer neuen Rennstrecke immer schwer vorherzusagen. Wenn man aber bedenkt, wie viele Fahrer um den Titel kämpfen und wie das Rennformat in der WTCC ausgelegt ist, dann sollten wir richtig gutes Racing erleben.“

Das Aufgebot von Polestar Cyan Racing ist in diesem Jahr richtig stark. Inwiefern hilft dir das bei deinen eigenen Titelambitionen?
„Die Stimmung zwischen Nicky [Catsburg], Néstor [Girolami] und mir ist sehr gut. Natürlich will jeder der Schnellste sein, aber dank der Hilfe der anderen kommen alle schneller voran, indem sie neue Dinge herausfinden. Wir fahren auf so vielen unterschiedlichen Strecken weltweit und haben dabei kaum Zeit, sie zu erlernen. Da ist eine gute Zusammenarbeit im Team eine große Hilfe. Zwar hat man, wenn man alle Informationen teilt, keinen Vorteil mehr. Dennoch ist das der richtige Weg, um als Team voranzukommen. Es ist toll, dass wir in einer solchen Position sind.“

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